Evangelisch-Lutherischer Kirchenkreis Schleswig-Flensburg

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Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt

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Wort zum Tag der Arbeit 2009

Schleswiger Nachrichten (2.5.2009)

Arbeit und Lohn
"Finanz- und Wirtschaftskrise sind Ergebnis und gleichzeitig Ausdruck einer tief gehenden moralischen Krise in Wirtschaft und Gesellschaft. Wachsende Gier nach immer höherer Rendite, vermengt mit Arroganz, Imkompetenz und krimineller Energie, und der aus heutiger Sicht unbegreifbare Verzicht auf öffentlich Regulierung waren maßgebliche Ursachen für die tiefgreifende Krise der Finanzwirtschaft."

Harald Schrader
Mit deutlichen Worten kommentiert der "sozialethische Arbeitskreis Kirche/Gewerkschaften" in Hamburg die derzeitige Finanzkrise, die den Sozialstaat in eine Legitimationskrise führen könnte, sollte der Trend "für wenige immer mehr, für immer mehr immer weniger" weiter anhalten. Wenn der qualifizierte Vollerwerbstätige von Armut bedroht ist, weil er mit einem Niedrigstlohn von unter fünf Euro abgespeist wird und sein Einkommen durch staatliche Transferleistungen "aufgestockt" werden muss, damit seine Familie ein Auskommen hat, dann ist das Verhältnis von Arbeit und Lohn aus der Balance geraten. Dann hat die Rede von der gesellschaftlichen "Gerechtigkeitslücke" ihren Sinn.
"Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur", sagt das Bibelvotum zum Sonntag Jubilate. "In Christus" sein: Das meint Orientierung an Wort und Gebot Gottes im Lebens- und Arbeitsalltag. Die Aufmerksamkeit und Liebe Gottes gilt dem Menschen, nicht den angeblich eigengesetzlichen Strukturen unserer Wirtschaftsordnung. Darum muss die Wirtschaft dem Menschen dienen, nicht umgekehrt.
Der DGB-Slogan zum 1.Mai "Arbeit für alle bei fairem Lohn" ist ein passendes Leitwort für eine "sozialethische Wende" in unserer Gesellschaft, die dazu beitragen könnte, daß unsere Marktwirtschaft auch in Zukunft das Prädikat "sozial" verdient.

Pastor Harald Schrader
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA)